Es ist doch zum Gähnen

 

Es hat sich ja nun inzwischen herumgesprochen, dass, worüber wir uns aufregen, nicht dadurch weggeht, dass wir uns darüber aufregen. Das Gegenteil ist der Fall. Zunehmende Aufregung verleiht den eigenartigen Regeln der Memetik und, wenn ich mich nicht irre, der Aufmerksamkeitsökonomie zufolge dem Gegenstand unserer Aufregung Rückenwind.

Was natürlich blöd ist. Weil am anderen Ende des Spektrums ja auch keine Lösung zu finden ist: Unsinn zu ignorieren oder gar in die innere Emigration zu gehen, sind für den aufgeklärten Menschen jedenfalls keine Alternativen, denn dann überlässt man den Narren ja gänzlich das Feld.

Und der Mittelweg, also verständnisvoll und geduldig zuzuhören und gute Gegenargumente zu präsentieren? Führt doch auch zu nichts. Nicht bei mir. Ich jedenfalls habe es zum Beispiel noch nie geschafft, irgendwem seine Streukügelchen auszureden.→ weiterlesen

Vom Gletscherfloh lernen

 

Seit unserem Ausflug nach Alpigeln ist eines meiner Lieblingstiere  der Gletscherfloh. Der Gletscherfloh lehrt uns zweierlei.

Erstens. Alkohol hält doch warm. Zumindest den Gletscherfloh. Der Gletscherfloh ist in der Lage sind, sein ganzes Leben auf dem Gletscher zu verbringen, wo es bekanntlich immer kalt ist. Wie das geht? Alkohol! Der Gletscherfloh ist imstande, Alkohol in seiner Körperflüssigkeit anzureichern und so seinen Gefrierpunkt auf bis zu 20 Grad minus zu senken. Wie er das genau macht, der Gletscherfloh, habe ich nicht ganz verstanden, daher nur so viel: An der Ernährung liegt das nicht. Seinen Alkohol stellt er ganz ohne Zufuhr von außen her, der Gletscherfloh. Ich finde das, auch ohne die Details zu kennen, bewundernswert.

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Wie war’s in Alpiglen?

Ich weiß ja nicht, was ihr am Dreikönigswochenende so getrieben habt, aber ich für meinen Teil habe die Wand angestarrt. Es war wieder einmal großartig, vielleicht, weil diesmal die Kinder mit dabei waren? Vielleicht aber auch nur, weil es immer großartig ist, die Wand anzustarren:

Es ist immer gleich. Die ersten Minuten stehe ich einfach stumm da und staune – und dann fange ich an, das Loch zu suchen. Ich weiß, es ist da irgendwo, irgendwo gibt es einen Ausweg aus der Wand, ich weiß auch ungefähr, wo ich danach zu suchen habe, aber ich finde ihn nicht. Zum Glück stehe ich nur unter der Wand, denke ich, und hänge nicht drin. Sonst wäre ich ganz schön am Arsch mit meinem miserablen Überblick und Orientierungssinn.

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